Dahme-Spreewald: Bundesweiter Warntag am 10. September fordert auch die Bevölkerung zum Mitmachen auf

Um 11 Uhr wird eine Probewarnung ausgelöst, gegen 11.45 Uhr folgt die Entwarnung. Für die Menschen im Landkreis bedeutet das: Handys können gleichzeitig warnen, Sirenen können ertönen und weitere Informationswege werden aktiviert.
Warnung erreicht die Menschen auf mehreren Wegen
Der bundesweite Warntag ist kein echter Katastrophenfall, sondern ein groß angelegter Belastungstest für die Warninfrastruktur. Bund, Länder und Kommunen überprüfen dabei, ob Warnungen technisch funktionieren und die Bevölkerung zuverlässig erreichen.
Zum Einsatz kommt ein sogenannter Warnmix. Dazu gehören unter anderem Cell Broadcast, Warn Apps wie NINA, Rundfunk, Fernsehen, Internetseiten, soziale Medien, digitale Anzeigetafeln sowie örtliche Warnmittel wie Sirenen und Lautsprecherfahrzeuge. Die zentrale Probewarnung wird um 11 Uhr über das Modulare Warnsystem des Bundes an die angeschlossenen Warnmultiplikatoren übermittelt.
Dahme-Spreewald ist Teil der Warnkette
Für den Landkreis Dahme-Spreewald hat der Warntag eine besondere Bedeutung. Die Warnung der Bevölkerung erfolgt im regionalen Verbund über die Integrierte Regionalleitstelle Lausitz in Cottbus. Bereits bei vergangenen bundesweiten Warntagen wurden die Sirenen im Landkreis über die Leitstelle angesteuert. Auch im Jahr 2025 wurden in Dahme-Spreewald die vorhandenen Warnmittel überprüft. Die Stadt Lübben teilte damals beispielsweise mit, dass ihre 14 Sirenen in der Stadt und den Ortsteilen über die Regionalleitstelle Lausitz aktiviert werden.
Welche kommunalen Warnmittel am 10. September 2026 tatsächlich vor Ort ausgelöst werden, kann allerdings von Kommune zu Kommune unterschiedlich sein. Der BBK weist ausdrücklich darauf hin, dass die Teilnahme am bundesweiten Warntag auf kommunaler Ebene freiwillig ist und die jeweils verfügbaren Warnmittel getestet werden.
Sirenen bleiben trotz moderner Technik wichtig
Auch wenn mit Cell Broadcast inzwischen eine Warnmöglichkeit direkt auf dem Smartphone zur Verfügung steht, spielen Sirenen weiterhin eine wichtige Rolle. Gerade nachts oder in Situationen, in denen Mobilfunkgeräte nicht zur Hand sind, können akustische Warnsignale eine große Zahl von Menschen erreichen.
Im Landkreis Dahme-Spreewald wurde in den vergangenen Jahren deshalb auch in die technische Infrastruktur investiert. Im Zusammenhang mit dem Warntag 2023 berichtete die Kreisverwaltung, dass vorhandene Sirenen instand gesetzt und zehn neue Anlagen installiert worden waren. Dafür standen rund 150.000 Euro aus einem Bundesförderprogramm zur Verfügung.
Der Warntag ist damit nicht nur eine Übung für Smartphones und Warn Apps. Auch die kommunale Infrastruktur muss zuverlässig funktionieren. Genau diese Verbindung verschiedener Warnwege macht den sogenannten Warnmix aus.
Cell Broadcast kommt direkt aufs Handy
Besonders auffällig dürfte die Probewarnung für viele Menschen über Cell Broadcast sein. Dabei werden Warnnachrichten über das Mobilfunknetz an empfangsbereite Handys und Smartphones in einer bestimmten Funkzelle gesendet. Eine vorherige Anmeldung oder die Installation einer App ist dafür nicht erforderlich.
Voraussetzung ist allerdings unter anderem, dass das Gerät eingeschaltet ist, sich nicht im Flugmodus befindet und ein geeignetes Betriebssystem verwendet. Das BBK nennt für Android mindestens Version 11 und für Apple Geräte iOS 16.1.
Die Meldung über Cell Broadcast ist bewusst kurz gehalten. Für ausführlichere Informationen verweist das BBK deshalb zusätzlich auf andere Warnkanäle, insbesondere die Warn App NINA und das Bundeswarnportal.
Was die Menschen im Landkreis beachten sollten
Wer am 10. September gegen 11 Uhr eine Warnmeldung erhält oder eine Sirene hört, muss sich keine Sorgen machen. Es handelt sich um eine angekündigte Probewarnung. Gegen 11.45 Uhr soll die Entwarnung über die zuvor eingesetzten Warnkanäle erfolgen.
Der Warntag bietet allerdings eine gute Gelegenheit, sich mit den Warnmöglichkeiten im eigenen Wohnort auseinanderzusetzen. Wer beispielsweise NINA noch nicht installiert hat, kann dies zum Anlass nehmen, die App einzurichten. Auch die Frage, wo sich im eigenen Ort weitere Informationen im Krisenfall finden lassen, kann bereits im Alltag geklärt werden.
Das ist gerade in einem flächenmäßig großen Landkreis wie Dahme-Spreewald von Bedeutung. Im Ernstfall zählt nicht nur, dass eine Warnung ausgelöst wird. Entscheidend ist auch, dass die Menschen wissen, wie sie eine solche Meldung einordnen und welche Informationen anschließend maßgeblich sind.
Ein Test für Technik und Bevölkerung
Der Bundesweite Warntag erfüllt deshalb zwei Aufgaben: Er überprüft die technische und organisatorische Leistungsfähigkeit der Warnsysteme und soll gleichzeitig die Bevölkerung mit den verschiedenen Warnwegen vertraut machen. Denn eine Warnung ist nur dann wirklich hilfreich, wenn sie die Menschen erreicht und diese anschließend richtig reagieren können.



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