Warnemünde: SV Merkur Kablow-Ziegelei kämpft erstmals um den deutschen Beachsoccer-Titel

Am 29. und 30. August geht es in der StrandArena Warnemünde um den Einzug ins Finale und damit um den möglichen Titelgewinn. Der Eintritt ist frei.
„Wir wollen nicht nur Zuschauer sein“
Bei Trainer Markus Wenzel war die Freude über die Nachricht entsprechend groß. Dass seine Mannschaft tatsächlich zu den vier besten Teams des bundesweiten Wettbewerbs gehört, war zuvor noch nicht endgültig klar.
„Für uns ist das eine fantastische Sache. Zum ersten Mal sind wir in einem bundesweiten Wettbewerb unter den besten vier“, sagt Wenzel. Dabei reist der SV Merkur keineswegs mit dem Gedanken nach Warnemünde, lediglich die besondere Atmosphäre genießen zu wollen.
„Wir fahren nicht nur nach Warnemünde, um zuzugucken. Wir wollen natürlich auch was reißen“, macht der Coach die Ambitionen deutlich.
Rostocker Robben warten im Halbfinale
Der erste Schritt ins Endspiel führt allerdings über einen schweren Gegner. Im Halbfinale trifft SV Merkur Beachsoccer am Samstag um 15.15 Uhr auf die Rostocker Robben Amateure.
Ganz chancenlos sieht Wenzel sein Team trotz der Außenseiterrolle nicht. In diesem Jahr standen sich beide Mannschaften bereits in Hamburg gegenüber. Damals setzte sich Merkur knapp mit 2:1 durch. Allerdings fehlte bei den Rostockern damals ein Teil des Stammpersonals.
Deshalb fällt Wenzels Einschätzung vor dem Wiedersehen deutlich vorsichtiger aus: „Ich denke, wir sind da klar Außenseiter im Halbfinale gegen Rostock.“ Die Chancen sieht der Trainer bei etwa 60:40, möglicherweise sogar 70:30 zugunsten der Rostocker. Eine Überraschung hält er dennoch für möglich.
Im Finale würde ein ganz anderes Kaliber warten
Sollte Merkur den Sprung ins Endspiel schaffen, dürfte die Aufgabe noch größer werden. Im zweiten Halbfinale stehen sich der VolleyPass FC und die SG Koppinnacken gegenüber.
Besonders den VolleyPass FC hat Wenzel dabei auf dem Zettel. Die Mannschaft wird unter anderem von den ehemaligen deutschen Nationalspielern Joshua Melzer und Marcel Nowack geprägt. Beide würden sich nahezu blind verstehen, sagt der Merkur-Coach. Gegen ein solches Team werde es im möglichen Finale „ziemlich, ziemlich schwer“. Doch zunächst gilt die volle Konzentration dem Halbfinale gegen Rostock.
Zwei Kapitäne drohen auszufallen
Personell muss der SV Merkur allerdings einen herben Rückschlag verkraften. Mit Fynn Müller und Markus Diestelbach drohen ausgerechnet beide Kapitäne für das Finalturnier auszufallen.
„Das ist ein schwerwiegender Verlust für uns, den wir natürlich erst mal wieder auffangen müssen“, erklärt Wenzel. Beide Spieler sind verletzt und werden voraussichtlich nicht in Warnemünde auf dem Sand stehen können.
Trotz der Hiobsbotschaften bleibt der Trainer zuversichtlich. Die Mannschaft wolle sich von den Ausfällen nicht aus dem Konzept bringen lassen und die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss der Saison nutzen.
Premiere auf großer Bühne
Der Einzug ins Final Four ist für den SV Merkur Kablow-Ziegelei schon jetzt ein besonderer Erfolg. Die Beachsoccer-Mannschaft hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich entwickelt und gehört inzwischen zu den etablierten Teams auf nationaler Ebene. 2025 und 2026 wurde das Team Brandenburger Landesmeister und spielte bis zur vergangenen Saison in der höchsten deutschen Beachsoccer-Klasse - der Beachsoccer-Bundesliga.
Auch die jüngsten Ergebnisse unterstreichen die Entwicklung. Nach Turnieren in Thüringen und Hamburg erreichte Merkur zuletzt beim Wettbewerb in Laboe erneut das Finale und musste sich dort nur knapp mit 2:3 geschlagen geben. Nun wartet mit dem Final Four in Warnemünde der bislang größte Auftritt.
Samstag und Sonntag in der StrandArena
Das Final Four der DFB-Beachsoccer-Tour findet am 29. und 30. August in der StrandArena Warnemünde statt. Am Samstag stehen die beiden Halbfinals auf dem Programm. Für den SV Merkur ist der Anstoß gegen die Rostocker Robben Amateure um 15.15 Uhr vorgesehen.
Am Sonntag folgt um 12 Uhr das Spiel um Platz drei. Das Finale beginnt um 14.30 Uhr.
Für Markus Wenzel und seine Mannschaft ist das Ziel trotz aller Widrigkeiten klar: „Wir wollen nicht nur Zuschauer sein.“ Der Außenseiter aus Königs Wusterhausen hat damit zumindest eines vor dem ersten Anpfiff schon geschafft: Er hat sich die Chance erarbeitet, auf der großen Beachsoccer-Bühne selbst für eine Überraschung zu sorgen.










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