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Gefährliche Kreuzung in Königs Wusterhausen: Dringender Handlungsbedarf für Sehbehinderte

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 07.06.2024 / 17:00 Uhr von PS
In Königs Wusterhausen steht der Straßenverkehr selbst für sehende Menschen vor großen Herausforderungen. Baustellen verschärfen die Situation zusätzlich, doch für sehbehinderte und blinde Menschen sind die Probleme besonders gravierend. Aus diesem Grund hat Bodo Rinas vom Blinden- und Sehbehinderten-Verband Brandenburg (BSVB) den bundesweiten Sehbehindertentag genutzt, um auf eine gefährliche Kreuzung aufmerksam zu machen.

Gemeinsam mit Margrit Richter, der Vorsitzenden der örtlichen Bezirksgruppe des BSVB, übergab Rinas eine Urkunde an Friederike Weigelt, die städtische Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragte. Diese Urkunde zeichnete die Kreuzung an der Brückenstraße/Ecke Gerichtsstraße als „schlimmste Kreuzung für sehbehinderte und blinde Menschen“ aus.

Die Übergabe fand an eben jener problematischen Kreuzung statt. Diese Kreuzung, an der zwei Landesstraßen aufeinandertreffen, ist in ihrer ursprünglichen Gestaltung schon schwer zu überqueren. „Es fehlen Leitlinien, an denen sich blinde Menschen orientieren können“, erklärt eine Lehrerin der Brandenburgischen Schule für Blinde und Sehbehinderte. Die Absenkungen und das Fehlen von erkennbaren Kanten und Absätzen machen es unmöglich, den Unterschied zwischen Straße und Gehweg zu erkennen.

Die Situation wurde im Herbst 2023 durch eine Baustellenampel weiter verschärft. „Es ist unklar, welche Ampel Blinde bedienen müssen“, erklärt Bodo Rinas. „Die akustischen Signaltöne sind an beiden Ampeln nicht aktiviert.“ Rinas fordert daher, dass „an dieser Kreuzung zeitnah Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.“

Friederike Weigelt nahm den Auftrag entgegen und versprach, das Anliegen an den zuständigen Landesbetrieb für Straßenwesen Brandenburg weiterzuleiten. „Barrierefreiheit ist ein wichtiges Thema, und wir werden unseren Einfluss beim Landkreis und dem Landesbetrieb geltend machen“, so Weigelt.

Diese Kreuzung in Königs Wusterhausen steht nun symbolisch für die vielen Herausforderungen, denen sehbehinderte und blinde Menschen im Straßenverkehr gegenüberstehen. Die Stadtverwaltung und die zuständigen Behörden sind gefordert, schnell und effektiv zu handeln, um die Sicherheit und Barrierefreiheit zu gewährleisten.

Bilder

Bodo Rinas (l.) und Margrit Richter (2.v.l) übergeben an die städtische Gleichstellungsbeauftragte Friederike Weigelt (4.v.l.) die Tafel für die schlimmste Kreuzung für sehbehinderte und blinde Menschen. Foto: Stadt Königs Wusterhausen
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