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Lena Röhlings für die Olympischen Spiele nominiert

Sport
  • Erstellt: 03.07.2024 / 09:00 Uhr von PS
Die 21-jährige Rennkanutin Lena Röhlings aus Mittenwalde hat es geschafft: Sie wird Deutschland bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris vertreten. Nachdem sie im vergangenen Jahr Weltmeisterin im K2 Mixed wurde, hat sie sich nun durch erfolgreiche Qualifikationsrennen im April und Mai die Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gesichert.

„Die Nominierung zu den Olympischen Spielen ist ein wahrgewordener Traum, und ich freue mich sehr auf die Herausforderung,“ sagte Röhlings.

Vom 2. bis 10. August wird Röhlings im Zweierkajak mit Pauline Jagsch und im Einerkajak der Damen an den Start gehen. Damit erfüllt sich ihr Traum, vier Jahre früher als erwartet, bereits in Paris olympische Luft zu schnuppern.

Frühe Leidenschaft für den Sport

Röhlings wurde am 2. September 2002 in Potsdam geboren. Sie lebt bei ihren Eltern in Mittenwalde/Mark und besuchte die kleine Grundschule in Töpchin. Bereits als Kind zeigte sie eine große Begeisterung für Sport, probierte verschiedene Disziplinen wie Ballett, Wing Tsung und Schwimmen aus. Ihr Vater, Frank Röhlings, führte sie und ihren Bruder Jan 2012 an den Kanu-Rennsport heran. Ihre ersten Paddelschläge absolvierte sie beim BSV Akademie der Wissenschaften e. V. in Zeuthen. „Ich war sofort Feuer und Flamme und bin dem Sport seither treu geblieben,“ erinnert sich Röhlings.

Eine prägende Zeit erlebte sie an der Flatow-Oberschule in Köpenick, einer Eliteschule des Sports, wo sie in den strukturierten Leistungssport hineinwuchs und 2022 das Abitur erlangte. Während ihrer Schulzeit erkämpfte sie sich mehrere Ostdeutsche- und Deutsche Meistertitel in verschiedenen Altersklassen und Disziplinen. Besonders hervorzuheben sind ihre Bronzemedaille bei der Junioren-Weltmeisterschaft im K1 über 1.000 m sowie mehrere Siege und Podestplatzierungen bei World Cups im Kanu-Marathon.

Aufstieg zur Weltklasse

In der Corona-Pandemie gelang es Röhlings, trotz erschwerter Trainingsbedingungen den Anschluss in der Leistungsklasse der Damen zu finden. Seit 2022 ist sie Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr und im Olympia-Kader des Deutschen Kanu Verbandes. 2023 wurde sie Weltmeisterin im K2 Mixed und Vize-Europameisterin im K4 der Damen. Ihre Siege bei den nationalen Ranglisten-Rennen im April 2024 und der zweite Platz im K2 der Damen beim ICF World Cup im Mai 2024 erfüllten die Nominierungskriterien für die Olympischen Spiele.

Beim zweiten World-Cup der ICF International Canoe Federation in Poznan, Polen, erreichte Röhlings gemeinsam mit Pauline Jagsch im K2 über 500 m einen beeindruckenden zweiten Platz. „Es motiviert uns sehr, dass wir in den ersten 300 m Neuseeland erkennbar getrieben haben. Unser Optimierungspotential liegt im Endspurt. Daran werden wir in den kommenden Wochen arbeiten,“ erklärte Röhlings nach dem Rennen.

Motivation und Zukunftspläne

Röhlings blickt auf ihre Entwicklung zurück und betont: „Ich war körperlich eine Spätentwicklerin. Dies hatte zur Folge, dass ich mich in den ersten Jahren meiner sportlichen Laufbahn hinten anstellen musste. Über einige Jahre hinweg habe ich mich durch das Feld nach vorne gekämpft. Die kleinen, aber kontinuierlichen Fortschritte haben mich erfreut und angetrieben. Ich habe früh gelernt, meine Fähigkeiten realistisch einordnen und vermeintliche Niederlagen verarbeiten zu können. Fleißig und geduldig habe ich auf meine Zeit hingearbeitet. Und diese Zeit ist nun gekommen.“

Für die Wettkämpfe in Paris setzt sich Röhlings klare Ziele: „Mit meiner Zweierpartnerin strebe ich den Einzug ins A-Finale an und im K1 die Qualifikation für das B-Finale. In Los Angeles im Jahr 2028 soll dann eine Olympische Medaille als Lohn für die jahrelange Trainingsarbeit und Disziplin für mich rausspringen.“

Unterstützung und Sponsoren

Röhlings sieht in der Freude am Sport die Basis für ihre Motivation und ihren Erfolg. „Das tägliche Training in der Natur erdet mich. Die sozialen Kontakte innerhalb meiner Trainingsgruppe geben mir das Gefühl von Geborgenheit und die freundschaftlichen Kontakte zu ausländischen Athletinnen und Athleten erweitern meinen Horizont. Bei aller Trainingsschinderei genieße ich das besondere Leben als Spitzensportlerin. Ich weiß, dass ich mir dieses Privileg selbst erarbeitet habe, aber auch, dass dies ohne die Unterstützung meiner Familie, Trainer und Betreuer nicht möglich gewesen wäre. Aus all diesen Faktoren schöpfe ich die Motivation, meine ambitionierten Ziele zu erreichen.“

Nun sucht Lena Röhlings Sponsoren, die sie auf ihrem Weg zu den Olympischen Spielen unterstützen möchten. Interessenten können sie per E-Mail unter lena.roehlings@icloud.com erreichen. Bis zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele am 26. Juli in Paris wird Röhlings noch weiter fleißig trainieren und ihre unmittelbare Wettkampfvorbereitung in Duisburg absolvieren, bevor sie Richtung Paris aufbricht.

Bilder

Grafik: privat
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