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Dahme-Spreewald: Neue Naturschutzeule weist den Weg – Brandenburg modernisiert die Kennzeichnung von Schutzgebieten

Regionales
  • Erstellt: 14.01.2026 / 15:00 Uhr von PS
Der Landkreis Dahme-Spreewald steht vor sichtbaren Veränderungen im Naturschutz. Mit einem neuen Erlass zur Kennzeichnung geschützter Teile von Natur und Landschaft setzt das Land Brandenburg auf ein modernes, einheitliches Erscheinungsbild – und schreibt zugleich ein Stück Naturschutzgeschichte fort.

Der Erlass wird am 14. Januar 2026 im Amtsblatt des Landes Brandenburg veröffentlicht und tritt mit diesem Datum in Kraft.

Neues Design, klare Botschaften

Im Mittelpunkt der Neuerungen steht die überarbeitete „Naturschutzeule“, das seit Jahrzehnten bekannte Symbol für geschützte Landschaften in Ostdeutschland. Künftig präsentiert sich die Eule in zeitgemäßem Design, bleibt jedoch klar wiedererkennbar. Ergänzt wird das Erscheinungsbild durch neue Schilderformate, einheitliche Farb- und Gestaltungsvorgaben sowie standardisierte Piktogramme, die Besucherinnen und Besucher verständlich über zulässiges Verhalten in Schutzgebieten informieren sollen.

Gerade im Landkreis Dahme-Spreewald, der mit seinen Seenlandschaften, Wäldern und Schutzgebieten zu den naturnahen Regionen Brandenburgs zählt, kommt der verständlichen Kennzeichnung eine besondere Bedeutung zu.

Entwickelt mit wissenschaftlicher Expertise

Das neue Gesamtkonzept entstand in Zusammenarbeit des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen. Unter der Leitung von Professor Christian Mahler entwickelten Studierende im Rahmen eines Projekts das neue Design – mit dem Anspruch, Tradition und moderne Sehgewohnheiten miteinander zu verbinden.

Umweltministerin Hanka Mittelstädt würdigte das Ergebnis ausdrücklich: Die historische Gestaltung sei behutsam weiterentwickelt worden, ohne ihren Wiedererkennungswert zu verlieren. Damit werde die Naturschutzeule zu einem Symbol, das Vergangenheit und Gegenwart des Naturschutzes miteinander verbinde.

Ein Zeichen mit Geschichte

Die „Waldohreule auf gelbem Grund“ geht auf die 1950er Jahre zurück. Entworfen wurde sie von den Brandenburger Naturschützern Kurt und Erna Kretschmann. Seitdem ist sie in unterschiedlichen Varianten fester Bestandteil der Kennzeichnung von Schutzgebieten – auch im Dahme-Spreewald, wo sie an vielen Seen, Waldgebieten und Naturschutzflächen zu finden ist.

Der bislang gültige Beschilderungserlass stammt aus dem Jahr 2006. Mit dem neuen Regelwerk wird diese Grundlage nun umfassend aktualisiert.

Mehr Orientierung für Besucher und Naturschutz

Der neue Erlass bringt konkrete Verbesserungen mit sich: So wird es künftig zusätzliche Schildergrößen geben, außerdem eine eindeutige Kennzeichnung für Naturschutzgebiete, die gleichzeitig Teil des europäischen Natura-2000-Netzwerks sind. Darüber hinaus können optional auch Wildnisgebiete, Biotopbäume oder Fledermausquartiere beschildert werden.

Einheitliche Piktogramme sollen helfen, Verhaltensregeln schnell und sprachunabhängig zu vermitteln – ein Vorteil in stark frequentierten Regionen wie dem Dahme-Spreewald, der sowohl Einheimische als auch Gäste aus Berlin und ganz Deutschland anzieht.

Umsetzung mit Augenmaß

Die neuen Vorgaben gelten für die Beschaffung neuer Schilder. Ein sofortiger Austausch bestehender Kennzeichnungen ist nicht vorgesehen. Vielmehr sollen die neuen Elemente schrittweise und bei Bedarf eingeführt werden. Bestehende Schutzgebietsregelungen bleiben davon unberührt.

Für den Landkreis Dahme-Spreewald bedeutet das: Der Naturschutz wird sichtbarer, verständlicher und moderner – ohne Bewährtes über Bord zu werfen. Die neue Naturschutzeule wird damit künftig nicht nur den Weg weisen, sondern auch ein klares Signal senden: Natur schützen heißt, sie verständlich zu erklären.

Bilder

Der Landkreis Dahme-Spreewald steht vor sichtbaren Veränderungen im Naturschutz. Mit einem neuen Erlass zur Kennzeichnung geschützter Teile von Natur und Landschaft setzt das Land Brandenburg auf ein modernes, einheitliches Erscheinungsbild – und schreibt zugleich ein Stück Naturschutzgeschichte fort.
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