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Dahme-Spreewald: Wassergesetz auf dem Prüfstand – Warum der Landkreis besonders vom Kurswechsel profitiert

Regionales
  • Erstellt: 17.01.2026 / 16:00 Uhr von PS
Die angekündigte Novellierung des Brandenburgischen Wassergesetzes stößt beim Naturschutzbund auf Zustimmung – und hat für den Landkreis Dahme-Spreewald eine besondere Bedeutung.

In Potsdam hat Umweltministerin Hanka Mittelstädt einen breit angelegten Dialogprozess gestartet, den der NABU Brandenburg ausdrücklich begrüßt. Für Regionen wie den Dahme-Spreewald steht dabei viel auf dem Spiel: der langfristige Schutz des Landschaftswasserhaushalts.

Dahme-Spreewald zwischen Seenreichtum und Wasserstress

Auf den ersten Blick wirkt der Landkreis Dahme-Spreewald wasserreich: Fließe, Seen und Feuchtgebiete prägen die Landschaft. Doch der Schein trügt. Auch hier machen sich die Folgen zunehmender Trockenheit und steigender Temperaturen bemerkbar. Wie in ganz Brandenburg lag auch 2025 die Durchschnittstemperatur deutlich über dem langjährigen Mittel, während der Niederschlag spürbar darunter blieb.

Gerade im Dahme-Spreewald, wo Landwirtschaft, Tourismus, Naturschutz und wachsende Siedlungsstrukturen aufeinandertreffen, wird Wasser zunehmend zu einem konkurrierenden Gut.

Tauwetter als Chance – auch für die Region

Der NABU fordert, das aktuelle Tauwetter konsequent für die Grundwasserneubildung zu nutzen. Schmelzender Schnee könne langsam in den Boden einsickern – vorausgesetzt, er werde nicht sofort über Gräben und regulierte Fließe abgeführt. Für den Dahme-Spreewald mit seinen zahlreichen Wehren, Entwässerungsgräben und regulierten Wasserläufen ist das ein zentraler Punkt.

Nach Ansicht des NABU müsse die Steuerung dieser Anlagen angepasst werden, um Wasser länger in der Landschaft zu halten. Besonders kritisch seien Entwässerungssysteme in der Landwirtschaft, die auch im Landkreis dazu beitragen, dass wertvolles Schmelz- und Regenwasser ungenutzt abfließt.

Wassergesetz als Hebel für regionale Steuerung

Die geplante Gesetzesnovellierung sieht der NABU als Chance für einen grundlegenden Kurswechsel, von dem der Dahme-Spreewald profitieren könnte. Künftig sollten Wasserentnahmen nur noch auf Basis vollständiger und belastbarer Daten genehmigt werden. Dazu müsse jede relevante Entnahme – mit Ausnahme der Handschöpfung – erlaubnispflichtig sein.

Gerade in einem Landkreis mit vielfältigen Nutzungen sei Transparenz entscheidend. Ohne einen vollständigen Überblick könnten Wasserbehörden nicht beurteilen, welche Entnahmen ökologisch noch vertretbar seien und wo Grenzen überschritten würden.

Ungleichgewicht bei Wasserentnahmen trifft auch den Dahme-Spreewald

Ein weiterer Kritikpunkt des NABU betrifft die ungleiche Behandlung von Wassernutzern. Während private Haushalte für ihr Trinkwasser ein Nutzungsentgelt zahlen, seien andere Nutzer – etwa im industriellen oder landwirtschaftlichen Bereich – teils stark begünstigt.

Im Dahme-Spreewald, wo landwirtschaftliche Bewässerung eine wichtige Rolle spielt, sieht der NABU hier erheblichen Nachbesserungsbedarf. Ein ökologisch und sozial gerechtes Wassernutzungsentgelt könne dazu beitragen, den Verbrauch zu senken und den Schutz der regionalen Wasserressourcen zu stärken.

Bedeutung für Natur, Menschen und Wirtschaft

Für den Landkreis Dahme-Spreewald ist die Wassergesetz-Novellierung weit mehr als ein formaler Akt. Sie betrifft Seenlandschaften, Naturschutzgebiete, landwirtschaftliche Flächen und die Trinkwasserversorgung gleichermaßen. Der NABU hofft, dass der angekündigte Dialogprozess nicht bei Worten bleibt, sondern in konkreten gesetzlichen Regelungen mündet.

Fazit: Was in Potsdam auf den Weg gebracht wird, entscheidet mit über die Zukunft des Wassers im Dahme-Spreewald. Der Landkreis steht exemplarisch für die Herausforderung Brandenburgs: Wasserreichtum sichtbar zu bewahren – und gleichzeitig den schleichenden Verlust unter der Oberfläche zu stoppen.

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Die angekündigte Novellierung des Brandenburgischen Wassergesetzes stößt beim Naturschutzbund auf Zustimmung – und hat für den Landkreis Dahme-Spreewald eine besondere Bedeutung.
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