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Schönefeld: Bundeswehr probt am BER den Ernstfall

Regionales
  • Erstellt: 04.03.2026 / 10:00 Uhr von PS
Am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) im Landkreis Dahme-Spreewald wird derzeit ein außergewöhnliches Szenario geprobt: Die Bundeswehr trainiert gemeinsam mit zivilen Rettungsdiensten und Kliniken den medizinischen Umgang mit vielen Verwundeten im Fall eines NATO-Bündnisfalls.

Im Mittelpunkt der Großübung steht dabei der Flughafen als logistisches Drehkreuz für den Transport und die Versorgung verletzter Soldaten.

Flughafen BER als medizinisches Drehkreuz

Im Rahmen der Übung „Medic Quadriga 2026“ dient der BER als zentraler Ankunftsort für Verwundete aus einem simulierten Kriegsgebiet. In dem Szenario werden verletzte Soldaten zunächst im Ausland medizinisch stabilisiert und anschließend per Militärflugzeug nach Deutschland gebracht. Nach der Landung am BER werden sie gesichtet, registriert und für den Weitertransport vorbereitet.

Am Flughafen entsteht dafür ein temporärer medizinischer Hub. Von dort aus werden die Patienten mithilfe eines digitalen Systems auf freie Kapazitäten in Kliniken verteilt. Rettungswagen und Hubschrauber übernehmen anschließend den Transport in Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg.

Realistische Szenarien mit zahlreichen Beteiligten

An der Großübung beteiligen sich mehr als 1.000 Soldatinnen und Soldaten sowie rund 250 zivile Helfer aus Behörden, Hilfsorganisationen und dem Gesundheitswesen. Zudem spielen rund 200 Darsteller Verletzte, um den Ablauf möglichst realitätsnah zu trainieren.

Neben der Bundeswehr sind unter anderem Rettungsdienste, das Deutsche Rote Kreuz, Johanniter, Malteser und weitere Organisationen beteiligt. Auch mehrere Kliniken in der Hauptstadtregion nehmen teil und bereiten sich darauf vor, im Ernstfall eine große Zahl von Patienten gleichzeitig aufzunehmen.

Vorbereitung auf neue sicherheitspolitische Lage

Die Übung gilt als eine der größten Trainingsmaßnahmen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Ziel ist es, die komplette medizinische Rettungskette zu testen – von der Versorgung im Einsatzgebiet über den Lufttransport bis hin zur Behandlung in deutschen Krankenhäusern.

Deutschland würde im Verteidigungsfall eine wichtige Rolle als logistisches Zentrum der NATO spielen. Flughäfen wie der BER könnten dabei als Drehscheibe für den Rücktransport Verwundeter aus möglichen Einsatzgebieten an der NATO-Ostflanke dienen.

Gerade deshalb rückt der Flughafen im Landkreis Dahme-Spreewald bei solchen Übungen besonders in den Fokus: Hier wird erprobt, wie zivile Infrastruktur und militärische Strukturen im Krisenfall eng zusammenarbeiten können.

Bilder

Am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) im Landkreis Dahme-Spreewald wird derzeit ein außergewöhnliches Szenario geprobt: Die Bundeswehr trainiert gemeinsam mit zivilen Rettungsdiensten und Kliniken den medizinischen Umgang mit vielen Verwundeten im Fall eines NATO-Bündnisfalls. Symbolfoto
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