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Warnstreik am BER: Flughafenbetrieb soll am 18. März stillstehen

Regionales
  • Erstellt: 16.03.2026 / 17:00 Uhr von PS
Am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) drohen am Mittwoch erhebliche Einschränkungen im Flugverkehr.

Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten zu einem Warnstreik aufgerufen. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmervertretern und Arbeitgeberseite. Der Arbeitskampf könnte dazu führen, dass der Betrieb am Hauptstadtflughafen zeitweise komplett zum Erliegen kommt.

Tarifverhandlungen ohne Fortschritt

Auslöser des Streiks ist die zweite Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern. Nach Angaben von ver.di legte die Arbeitgeberseite ein Angebot vor, das von der Tarifkommission als nicht verhandlungsfähig zurückgewiesen wurde.

Der Vorschlag sieht über mehrere Jahre nur sehr geringe Lohnsteigerungen vor. Konkret sollen die Gehälter von März bis Juni 2026 unverändert bleiben. Erst ab Juli 2026 ist eine Erhöhung um ein Prozent vorgesehen, gefolgt von 1,5 Prozent im Juli 2027 und einem weiteren Prozent ab Mai 2028. Die Laufzeit des Tarifvertrags würde bis Ende 2028 reichen.

Über den gesamten Zeitraum hinweg entspräche das laut Gewerkschaft im Schnitt nur etwa einem Prozent mehr Lohn pro Jahr.

Gewerkschaft kritisiert „Reallohnverlust“

Für die Arbeitnehmervertretung ist dieses Angebot angesichts steigender Lebenshaltungskosten nicht akzeptabel. Ver.di argumentiert, dass eine derart geringe Lohnerhöhung faktisch zu einem Reallohnverlust führen würde.

Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Holger Rößler, kritisierte das Angebot scharf. Aus seiner Sicht zeige die Arbeitgeberseite mit dem Vorschlag zu wenig Anerkennung für die Beschäftigten am Flughafen. Diese würden den täglichen Betrieb des BER sicherstellen und hätten daher einen Tarifabschluss verdient, der ihre Arbeit angemessen würdigt.

Streit auch um Ausbildungsregelungen

Neben der Höhe der Gehälter sorgt auch ein weiterer Punkt für Konfliktstoff. Nach Darstellung von ver.di stellte die Arbeitgeberseite tarifliche Vorteilsregelungen für Gewerkschaftsmitglieder infrage. Zudem weigerten sich die Arbeitgeber, den Ausbildungstarifvertrag neu zu verhandeln und wieder einzuführen.

Dieser Vertrag habe sich in der Vergangenheit als wichtiges Instrument erwiesen, um eine qualitativ hochwertige Ausbildung am Flughafen zu sichern, betont die Gewerkschaft.

Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde

Der Warnstreik am 18. März soll nun Bewegung in die festgefahrenen Gespräche bringen. Aus Sicht von ver.di sei der Arbeitskampf eine direkte Reaktion auf die ausbleibende Bereitschaft der Arbeitgeber, ein verbessertes Angebot vorzulegen.

Die nächste Verhandlungsrunde ist bereits terminiert: Am 25. März wollen beide Seiten erneut zusammenkommen. Die Gewerkschaft erwartet bis dahin deutlich nachgebesserte Vorschläge der Arbeitgeber.

Für Reisende bedeutet der angekündigte Streik jedoch zunächst Unsicherheit. Sollte der Ausstand wie geplant stattfinden, müssen Passagiere am BER mit Flugausfällen, Verspätungen und erheblichen Einschränkungen im gesamten Flughafenbetrieb rechnen.

Bilder

Passagiere vor der Anzeigetafel. Symbolfoto
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