Logo

Zeuthen: Seniorenbeirat lehnt Beachvolleyballfeld am Siegertplatz ab – Parkcharakter soll erhalten bleiben

Regionales
  • Erstellt: 10.04.2026 / 10:00 Uhr von EB
Der Seniorenbeirat Zeuthen hat sich klar positioniert: Ein Beachvolleyballplatz am Siegertplatz soll nicht realisiert werden.

Nach intensiver Prüfung des Vorschlags aus dem Bürgerbudget fiel die Entscheidung einstimmig aus. Statt zusätzlicher sportlicher Nutzung plädiert das Gremium für den Erhalt der bestehenden Parkanlage.

Klare Absage nach eingehender Prüfung

„Ein Beachvolleyballplatz kann grundsätzlich eine Bereicherung für eine Parkanlage sein“, erklärt Sprecherin Petra Koppe. Entscheidend seien jedoch immer die konkreten örtlichen Bedingungen.

Und genau hier sieht der Seniorenbeirat Probleme: Für ein offizielles Spielfeld wären inklusive Sicherheitszonen rund 24 mal 15 Meter Fläche notwendig. Neben dem Platzbedarf verweisen die Mitglieder auch auf Pflegeaufwand, spezielle Anforderungen an den Untergrund sowie eine erhöhte Geräuschkulisse.

Sorge um die Ruhe im beliebten Park

Der Siegertplatz gilt als vergleichsweise kleine, aber stark frequentierte Grünanlage. In den vergangenen Jahren hat er sich zu einem wichtigen Rückzugsort für viele Bürger entwickelt.

Gerade die Mischung aus Ruhe, Aufenthaltsqualität und bestehenden Angeboten mache den Charakter der Anlage aus. Neben einem Spielplatz, Bouleflächen, Calisthenics-Geräten und einem gut angenommenen Bistro gebe es zahlreiche Sitzmöglichkeiten für Erholungssuchende.

Nach Einschätzung des Seniorenbeirates würde ein Beachvolleyballfeld dieses Gleichgewicht stören. „Es besteht die Gefahr, dass sich die Mehrheit der Besucher zugunsten einer aktiven Minderheit zurückgedrängt fühlt“, so Koppe.

Kosten und Belastung im Blick

Neben den Auswirkungen auf die Nutzung wurden auch die finanziellen Aspekte beleuchtet. Je nach Ausführung liegen die Kosten für ein Beachvolleyballfeld in Deutschland zwischen etwa 15.000 und 40.000 Euro – bei aufwendigeren Varianten deutlich darüber.

Aus Sicht des Seniorenbeirates könnte eine solche Investition die vorhandenen Mittel der Gemeinde überstrapazieren und die Anlage insgesamt überfrachten.

Kritik am Verfahren des Bürgerbudgets

Deutliche Worte findet der Seniorenbeirat auch zum Ablauf des Bürgerbudget-Verfahrens. Grundsätzlich werde dieses Beteiligungsinstrument unterstützt – gleichzeitig sieht man im aktuellen Fall Defizite.

Das Bürgerbudget stelle finanzielle Mittel bereit, entscheide jedoch nicht über Standortfragen oder planungsrechtliche Zulässigkeit. Diese Verantwortung liege weiterhin bei der Gemeindevertretung.

Kritisch bewertet wird, dass der Vorschlag für den Siegertplatz zur Abstimmung gestellt wurde, obwohl planungsrechtliche Bedenken bestanden. Die Fläche ist als Parkanlage gewidmet und nicht als Sportstätte vorgesehen.

Aus Sicht des Beirates hätte die Verwaltung diese Aspekte im Vorfeld deutlicher prüfen und kommunizieren müssen. Andernfalls entstehe bei Bürgern der falsche Eindruck, die Umsetzung sei lediglich eine politische Entscheidung.

Forderung nach mehr Transparenz und klaren Regeln

Für die Zukunft formuliert der Seniorenbeirat konkrete Erwartungen: Vorschläge müssten vor der Abstimmung umfassend rechtlich bewertet werden, mögliche Nutzungskonflikte seien transparent darzustellen und klare Leitlinien für geeignete Standorte zu definieren.

Zudem wird eine frühzeitige Einbindung politischer Gremien gefordert, insbesondere bei Projekten mit planungsrechtlicher Relevanz.

Dialog statt Eskalation

Gleichzeitig appelliert das Gremium an alle Beteiligten, die Debatte sachlich zu führen. Weitere Unterschriftensammlungen oder öffentliche Zuspitzungen würden das bestehende Spannungsfeld eher verschärfen als lösen.

Stattdessen setzt der Seniorenbeirat auf einen konstruktiven Dialog zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerschaft, um eine tragfähige Lösung für die Gemeinde zu finden.

Weiterentwicklung mit Augenmaß

Grundsätzlich spricht sich der Seniorenbeirat nicht gegen Veränderungen aus. Eine behutsame Weiterentwicklung des Siegertplatzes sei durchaus denkbar – allerdings unter Berücksichtigung aller Generationen.

So könnte eine intensivere Nutzung auf die bereits stärker erschlossene nördliche Seite konzentriert werden, während zentrale Grün- und Erholungsflächen erhalten bleiben. Für alternative Standorte eines Beachvolleyballplatzes zeigt man sich offen.

Bereits beschlossene Maßnahmen wie Calisthenics-Geräte sowie Projekte aus dem Kinder- und Jugendbudget – darunter Wippe und Tischtennisplatten – bleiben von der Diskussion unberührt und sollen umgesetzt werden.

Ziel: Beteiligung stärken, Verfahren verbessern

Abschließend unterstreicht der Seniorenbeirat gemeinsam mit der Fraktion „Bürger für Zeuthen“ seinen grundsätzlichen Anspruch: Bürgerbeteiligung soll gestärkt, gleichzeitig aber professionell organisiert werden.

Nur wenn Verfahren transparent, rechtssicher und klar strukturiert ablaufen, könne das Bürgerbudget langfristig Akzeptanz und Erfolg sichern.

Bilder

Der Siegertplatz gilt als vergleichsweise kleine, aber stark frequentierte Grünanlage. In den vergangenen Jahren hat er sich zu einem wichtigen Rückzugsort für viele Bürger entwickelt. Fotos (3): privat
Dieser Artikel wurde bereits 699 mal aufgerufen.

Werbung