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Ernstfall geprobt: Große Infektionsschutz-Übung am BER zeigt, wie gut der Flughafen auf Krisen vorbereitet ist

Regionales
  • Erstellt: 15.04.2026 / 08:00 Uhr von EB
Ein hochinfektiöser Passagier an Bord eines Flugzeugs – was nach einem Ausnahmezustand klingt, wurde am Flughafen BER unter realistischen Bedingungen durchgespielt.

Ziel der groß angelegten Übung: die Abläufe im Ernstfall testen, Schwachstellen erkennen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten optimieren.

Organisiert wurde die sogenannte IGV/HCID-Übung (Internationale Gesundheitsvorschriften/Hochinfektionstransport) vom Gesundheitsamt des Landkreises Dahme-Spreewald gemeinsam mit der Flughafenfeuerwehr, dem Notfallmanagement des BER sowie dem Rettungsdienst Dahme-Spreewald.

Komplexes Szenario unter realen Bedingungen

Ausgangspunkt war eine Alarmmeldung am Morgen: Ein erkrankter Passagier befindet sich an Bord einer Maschine. Was folgte, war ein minutiös abgestimmter Einsatzablauf – von der Einrichtung eines Medical Assessment Centers über die Registrierung der Fluggäste bis hin zum Transport des Patienten in die Berliner Charité.

Rund 50 Einsatzkräfte und Statisten waren beteiligt. Auch Beobachter des Brandenburger Gesundheitsministeriums verfolgten die Übung. Unterstützt wurde das Szenario unter anderem durch die Bereitstellung eines Flugzeugs und eines Hangars.

Fokus auf Koordination und Kommunikation

Im Zentrum der Übung standen zentrale Herausforderungen eines solchen Einsatzes: die schnelle Lagebewertung, die Einleitung geeigneter Schutzmaßnahmen und vor allem die reibungslose Kommunikation zwischen den verschiedenen Akteuren.

Geprobt wurden unter anderem die Isolierung betroffener Personen, medizinische Erstversorgung, Kontaktnachverfolgung sowie die Weitergabe relevanter Informationen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Transport eines hochinfektiösen Patienten in eine Sonderisolierstation – inklusive Übergabe am Zielort.

Schnittstellen im Blick

Während einzelne Abläufe regelmäßig trainiert werden, ging diese Übung einen entscheidenden Schritt weiter: Erstmals wurde der gesamte Prozess – von der Alarmierung bis zur Übergabe in der Klinik – als zusammenhängendes Szenario durchgespielt. Gerade diese Schnittstellen gelten im Ernstfall als besonders sensibel.

Gesundheitsdezernent Stefan Wichary betonte die Bedeutung solcher Übungen für die Einsatzfähigkeit: Die gewonnenen Erkenntnisse würden nun ausgewertet und gezielt in bestehende Konzepte eingearbeitet.

Sicherheit als oberstes Ziel

Der gesundheitliche Bevölkerungsschutz hat am BER höchste Priorität. Die Übung zeigt: Die bestehenden Strukturen sind belastbar, die Zusammenarbeit funktioniert. Gleichzeitig bleibt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Abläufe unerlässlich.

Bilder

Fotos (3): Landkreis Dahme-Spreewald
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