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Miersdorf/Zeuthen – Interview mit Trainer Torsten Beck: „Wir müssen wieder kompromisslos unsere Spielprinzipien durchziehen“

Sport
  • Erstellt: 16.04.2026 / 16:00 Uhr von EB
Die Situation ist angespannt beim SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen. Nach einer starken Hinrunde ist der Fußball-Brandenburgligist in der Rückserie noch ohne Sieg, hat den Anschluss an das Tabellenmittelfeld verloren und steckt plötzlich mitten im Abstiegskampf.

Vor dem richtungsweisenden Heimspiel am kommenden Samstag um 15 Uhr gegen den SV Germania Schöneiche spricht Trainer Torsten Beck im Interview offen über die Ursachen der Krise, fehlende Stabilität – und warum er dennoch überzeugt ist, dass seine Mannschaft die Wende schaffen kann.

„Die Reaktion muss im Abstiegskampf eine andere sein“

Herr Beck, nach dem 1:4 gegen Ahrensfelde haben Sie ungewöhnlich deutliche Worte gefunden. Warum?

Mich hat vor allem die Art und Weise gestört, wie wir nach dem 1:1 den Faden verloren haben. Bis dahin war das Spiel offen, danach haben wir in Sachen Ordnung, Kommunikation und Widerstandsfähigkeit nicht das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Genau deshalb waren diesmal deutlichere Worte nötig. Gegentore und Rückstände können passieren – aber die Reaktion darauf muss im Abstiegskampf eine andere sein.

„Dann kommen Zweifel auf – und unsere Prinzipien gehen verloren“

Wie erklären Sie sich diesen Einbruch? Gerade zuvor hatte Ihre Mannschaft Moral bewiesen.

Das ist im Moment genau unser Thema. In manchen Spielen ziehen wir aus schwierigen Situationen Energie, gegen Ahrensfelde hat uns der Ausgleich eher Stabilität genommen. Dann kommen Zweifel auf, die Wege werden länger und unsere Spielprinzipien gehen verloren.

Ein Stück weit ist das auch eine Frage von Rhythmus und gemeinsamen Abläufen – und davon, wie viel Selbstverständnis man sich Woche für Woche im Training erarbeitet. Wenn diese Regelmäßigkeit nicht durchgängig da ist, bauen wir in Druckmomenten schneller ab. Genau deshalb war diese Woche mit vielen Gesprächen und ehrlicher Selbstreflexion so wichtig.

„Der Klassenerhalt war immer unser klares Ziel“

Nach einer starken Hinrunde ist Ihr Team in der Rückrunde noch sieglos. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?

Bei aller Kritik darf man nicht vergessen, mit welchem Ziel wir in die Saison gegangen sind: Klassenerhalt. Dass wir trotz der aktuellen Phase, trotz vieler Verletzungen und einer angespannten Kadersituation noch über dem Strich stehen, zeigt, dass wir uns in der Hinrunde ein Fundament erarbeitet haben.

Natürlich ist die Serie unbefriedigend. Aber sie ist auch die Folge von Veränderungen innerhalb der Mannschaft. Spieler, die zuvor viel Verantwortung getragen haben, sind aktuell nicht in derselben Form. Also müssen andere mehr Verantwortung übernehmen – und dieser Prozess braucht Zeit. Wenn wir unter diesen Umständen die Klasse halten, ist das für mich fast höher einzuschätzen als ein Aufstieg unter komfortableren Bedingungen.

„Führung zeigt sich im Verhalten – nicht nur in Worten“

Was muss sich gegen Schöneiche konkret ändern?

Wir müssen wieder kompromisslos unsere Spielprinzipien durchziehen – in Präsenz, Kommunikation, Zweikampfhärte und Klarheit. Gerade in schwierigen Phasen geht es darum, dass neue oder andere Spieler in diese Verantwortung hineinwachsen.

Führung entsteht nicht nur durch Worte, sondern durch Verhalten: durch Präsenz und die Bereitschaft, in solchen Spielen voranzugehen. Genau das brauchen wir jetzt.

„Der Rückhalt im Umfeld ist ein entscheidender Faktor“

Was macht Ihnen trotz der Situation Hoffnung?

Zum einen die Art und Weise, wie die Mannschaft in dieser Woche mit der Situation umgegangen ist. Da war viel Ehrlichkeit und Selbstreflexion dabei. Zum anderen spüren wir im Umfeld, dass die Menschen weiter hinter uns stehen.

Unsere Zuschauer, ehemalige Spieler, Familien und Vereinsangehörige geben der Mannschaft Rückhalt. Für die Jungs ist es enorm wichtig zu wissen: Auch wenn es auf dem Platz schwierig wird, dieser Rückhalt bleibt. Und genau das kann in so einer Phase ein entscheidender Faktor sein.

Bilder

Trainer Torsten Beck.
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