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Dahme-Spreewald: Lebensgefahr für Wildkatzen – warum Spaziergänger jetzt besonders vorsichtig sein müssen

Regionales
  • Erstellt: 17.04.2026 / 12:00 Uhr von EB
Die Rückkehr der Europäischen Wildkatze ist eigentlich eine Erfolgsgeschichte für den Naturschutz – doch genau dieser Erfolg bringt auch im Landkreis Dahme-Spreewald neue Risiken mit sich.

Immer häufiger werden Jungtiere in den Wäldern entdeckt – und aus Unwissenheit von Menschen mitgenommen. Für die Tiere endet das oft tödlich.

Erfolg für den Naturschutz – mit Nebenwirkungen

In Brandenburg breitet sich die Europäische Wildkatze zunehmend wieder aus. Nachweise gibt es inzwischen unter anderem im Schlaubetal, im Wildnisgebiet Jüterbog sowie im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Auch Nachwuchs wurde bereits genetisch bestätigt.

Diese Entwicklung ist ein positives Signal für naturnahe, artenreiche Wälder – denn die Wildkatze gilt als wichtiger Indikator für funktionierende Ökosysteme. Auch in den Waldgebieten rund um den Landkreis Dahme-Spreewald ist daher verstärkt mit Sichtungen zu rechnen.

Verwechslung mit fatalen Folgen

Gerade im Frühjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, auf junge Wildkatzen zu treffen. Das Problem: Die graugetigerten Tiere sehen gewöhnlichen Hauskatzen zum Verwechseln ähnlich.

Hinzu kommt ein Verhalten, das viele Menschen falsch deuten: Die Muttertiere lassen ihren Nachwuchs während der Nahrungssuche allein im Versteck zurück. Entdeckte Jungtiere wirken dadurch oft hilflos und verlassen – sind es aber nicht.

Der BUND Brandenburg warnt deshalb eindringlich davor, einzugreifen. Wer ein solches Tier mitnimmt, meint es zwar gut, bringt es jedoch häufig in Lebensgefahr.

Warum „Retten“ tödlich enden kann

Wildkatzen sind keine verwilderten Hauskatzen, sondern eine eigenständige, streng geschützte Wildtierart. Ihre Bedürfnisse unterscheiden sich grundlegend:

Sie vertragen kein herkömmliches Katzenfutter

Sie reagieren extrem empfindlich auf Krankheiten von Hauskatzen

Sie leiden massiv unter Stress in Gefangenschaft

Viele Jungtiere überleben eine solche „Rettung“ daher nicht. Zudem sind die Bestände in Brandenburg weiterhin klein und empfindlich – jedes entnommene Tier gefährdet die Ausbreitung der Art.

Richtiges Verhalten im Ernstfall

Wer im Wald vermeintlich verlassene Jungtiere entdeckt, sollte vor allem eines tun: Abstand halten. Experten raten, den Fundort zunächst ruhig zu verlassen und erst nach sechs bis zwölf Stunden erneut zu prüfen, ob die Tiere noch dort sind.

Nur wenn offensichtliche Notlagen vorliegen – etwa Verletzungen oder auffälliges Verhalten wie das Hinterherlaufen von Menschen – sollte gehandelt und fachkundige Hilfe eingeschaltet werden.

Wichtig ist zudem: Das Mitnehmen von Wildkatzen aus der Natur ist gesetzlich verboten.

Aufklärung soll Tiere schützen

Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, stellt der BUND Brandenburg umfangreiche Informationsmaterialien bereit, darunter Videos und Handlungsleitfäden zur Unterscheidung von Wild- und Hauskatzen.

Die zentrale Botschaft bleibt jedoch klar: Wer eine kleine, graugetigerte Katze im Wald sieht, sollte sie nicht anfassen – sondern ihr die Chance lassen, in der Natur zu überleben.

Bilder

Die Rückkehr der Europäischen Wildkatze ist eigentlich eine Erfolgsgeschichte für den Naturschutz – doch genau dieser Erfolg bringt im Landkreis Dahme-Spreewald neue Risiken mit sich. Foto: BUND Brandenburg
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