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Dahme-Spreewald: Gefährliche Parasiten im Wildschwein – Veterinäramt schlägt Alarm nach neuen Trichinen-Funden
Regionales
Erstellt: 17.04.2026 / 14:00 Uhr von EB
Im Landkreis Dahme-Spreewald sind erneut gefährliche Parasiten in Wildschweinen nachgewiesen worden. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz warnt vor den Risiken – und richtet einen klaren Appell insbesondere an Jäger.
Neue Nachweise im ersten Quartal
Bereits in den ersten Monaten des Jahres wurden zwei Wildschweinproben positiv auf Trichinellen getestet. Ein Tier stammte aus dem Landkreis Dahme-Spreewald, das andere aus Teltow-Fläming.
Bei dem betroffenen Wildschwein aus Dahme-Spreewald handelte es sich um einen sogenannten Überläufer aus einem Jagdbezirk in Mittenwalde. In beiden Fällen wurden die Tierkörper als nicht genusstauglich eingestuft und vollständig entsorgt.
Die aktuellen Funde setzen eine Entwicklung fort: Schon im vergangenen Jahr waren Trichinellen bei Wildschweinen in der Region nachgewiesen worden.
Unsichtbare Gefahr im Muskelfleisch
Trichinellen sind weltweit verbreitete Fadenwürmer, die sich im Muskelfleisch von Wirbeltieren einnisten können. Besonders problematisch: Die Parasiten bleiben dort über Jahre infektiös.
Wildschweine infizieren sich häufig durch das Fressen von Aas. Gelangt das befallene Fleisch in die Nahrungskette, können die Parasiten auch auf den Menschen übertragen werden. Brandenburg gehört bundesweit zu den Regionen mit den meisten Nachweisen.
Infektion kann schwer verlaufen
Eine Infektion mit Trichinellen kann beim Menschen erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Typische Symptome sind Durchfall, Erbrechen, Fieber und Wassereinlagerungen im Gewebe.
In schweren Fällen – insbesondere bei älteren Menschen, Kindern, Schwangeren oder immungeschwächten Personen – kann die Erkrankung sogar lebensbedrohlich verlaufen. Entscheidend sind dabei die aufgenommene Parasitenmenge und der allgemeine Gesundheitszustand.
Klare Regeln beim Umgang mit Wildfleisch
Um das Risiko zu minimieren, gilt in Deutschland eine strikte Untersuchungspflicht: Fleisch von Wild- und Hausschweinen sowie weiteren Tierarten darf erst nach einer Trichinenuntersuchung verzehrt werden.
Das Veterinäramt im Landkreis Dahme-Spreewald betont, dass nicht getestetes Fleisch keinesfalls in Umlauf gebracht oder konsumiert werden darf. Auch die vorgeschriebenen Freigabezeiten sind zwingend einzuhalten.
Zusätzlich wird davon abgeraten, Innereien vor Abschluss der Untersuchung zu vergraben, da sie als Infektionsquelle für andere Wildtiere dienen können.
Appell an Jäger: Wachsam bleiben
Angesichts der aktuellen Funde ruft das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Gerade Jägerinnen und Jäger spielen eine zentrale Rolle bei der Eindämmung der Gefahr.
Zur Vereinfachung der Abläufe wird zudem die Nutzung digitaler Lösungen wie der „DiWiMa®“-App empfohlen, über die Untersuchungsergebnisse direkt abrufbar sind.
Bilder
Im Landkreis Dahme-Spreewald sind erneut gefährliche Parasiten in Wildschweinen nachgewiesen worden. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz warnt vor den Risiken – und richtet einen klaren Appell insbesondere an Jäger. Symbolfoto
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