Landkreis Dahme-Spreewald steht exemplarisch für eine Entwicklung, die sich aktuell in ganz Brandenburg abzeichnet: Mehr Kontrollen in Betrieben, deutlich mehr festgestellte Mängel – gleichzeitig aber weniger harte Eingriffe durch die Behörden.
Vorgestellt wurde der neue Arbeitsschutzbericht 2025 von Staatssekretär Johannes Wagner beim Besuch eines Industrieunternehmens in Eisenhüttenstadt. Die Bilanz: Die Aufsichtsbehörden schauen genauer hin – und stoßen dabei auch auf mehr Beanstandungen.
Zahlen steigen – Eingriffe gehen zurück
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.949 Betriebe im Land Brandenburg kontrolliert, etwas mehr als im Vorjahr. Dabei stellten die Kontrolleure über 7.300 Beanstandungen fest – ein deutlicher Anstieg.
Auffällig ist jedoch: Die Zahl der Anordnungen durch die Behörden ging deutlich zurück. Ebenso sank die Zahl der eingeleiteten Ordnungswidrigkeitsverfahren spürbar.
Das deutet darauf hin, dass zwar häufiger Mängel festgestellt werden, diese aber oft direkt behoben werden können, ohne dass es zu formellen Verfahren kommt.
Bedeutung für den Landkreis Dahme-Spreewald
Für den Landkreis Dahme-Spreewald sind diese Zahlen besonders relevant. Die Region gehört zu den wirtschaftlich dynamischsten Räumen Brandenburgs – geprägt von kleinen Betrieben, wachsendem Mittelstand und großen Entwicklungsprojekten rund um den BER.
Gerade hier spielt Arbeitsschutz eine zentrale Rolle: Viele Unternehmen arbeiten in logistiknahen Bereichen, im Bau oder in technischen Dienstleistungen – Branchen, in denen Sicherheitsstandards entscheidend sind.
Dass mehr kontrolliert wird, ist daher auch ein Signal an die Unternehmen im Landkreis: Die Anforderungen steigen, die Überwachung wird dichter.
Baustellen stärker im Fokus
Ein besonderer Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr auf Baustellen – ein Bereich mit erhöhtem Unfallrisiko. Die Zahl der Kontrollen stieg deutlich an. Auch hier wurden zahlreiche Verstöße festgestellt, die teilweise zu Anordnungen und Verfahren führten.
Gerade im Landkreis Dahme-Spreewald mit seinen vielen Bauprojekten – von Infrastruktur bis Gewerbeentwicklung – ist das ein sensibles Thema.
Vorbilder zeigen, wie es geht
Dass Arbeitsschutz auch vorbildlich umgesetzt werden kann, zeigt ein Unternehmen wie Unitechnik in Eisenhüttenstadt. Der Betrieb wurde bei einer Kontrolle ohne Mängel bewertet und gilt als Beispiel für moderne, digital unterstützte Sicherheitsstandards.
Die Botschaft dahinter ist klar: Gute Arbeitsbedingungen sind nicht nur Pflicht, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil – gerade im Kampf um Fachkräfte.
Zwischen Kontrolle und Eigenverantwortung
Für die Behörden bleibt die Herausforderung bestehen, ausreichend Kontrollen durchzuführen – trotz begrenzter personeller Ressourcen.
Für Unternehmen im Landkreis Dahme-Spreewald bedeutet der Bericht vor allem eines: Arbeitsschutz bleibt ein zentrales Thema. Wer hier sauber arbeitet, hat nicht nur rechtlich Vorteile, sondern auch wirtschaftlich die besseren Karten.