Polizei, Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz durchsuchten zeitgleich zahlreiche Wohnungen und Objekte in mehreren Bundesländern. Im Fokus stehen junge Neonazi-Gruppierungen, denen die Behörden eine zunehmende Radikalisierung und Gewaltbereitschaft vorwerfen.
Damit rückt nun auch der Landkreis Dahme-Spreewald stärker in den Fokus der laufenden Ermittlungen.
Ermittler gehen gegen rechte Jugendgruppen vor
Nach Angaben der Sicherheitsbehörden richten sich die Maßnahmen unter anderem gegen die Gruppierungen „Jung und Stark“ sowie „Deutsche Jugend Voran“. Insgesamt wird gegen 36 Beschuldigte ermittelt. Die Verdächtigen sollen Teil extremistischer Netzwerke sein, die sich vor allem über soziale Medien organisieren.
Die Durchsuchungen liefen parallel in mehreren Bundesländern. Schwerpunkt des Einsatzes war Nordrhein-Westfalen, doch auch Brandenburg gehörte zu den betroffenen Regionen. Dabei sicherten die Ermittler Datenträger, Mobiltelefone und weiteres Beweismaterial.
Sicherheitsbehörden warnen vor neuer Szene
Nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes entsteht seit Monaten eine neue rechtsextreme Jugendbewegung, die sich zunehmend offensiv und aggressiv präsentiert. Immer wieder tauchen die Gruppen bei Demonstrationen oder politischen Veranstaltungen auf. Sicherheitsbehörden beobachten zudem eine stärkere Vernetzung der Szene über Messenger-Dienste und Online-Plattformen.
Besonders alarmierend sei laut Ermittlern, dass viele Mitglieder noch sehr jung seien und gezielt neue Anhänger anwerben würden.
Landkreis Dahme-Spreewald im Fokus
Dass nun auch Objekte im Landkreis Dahme-Spreewald durchsucht wurden, zeigt nach Einschätzung von Beobachtern, dass die Ermittlungen längst nicht mehr nur auf westdeutsche Ballungsräume beschränkt sind. Brandenburg steht seit Jahren im Fokus der Sicherheitsbehörden, wenn es um rechtsextreme Strukturen geht.
Welche konkreten Hintergründe die Durchsuchungen im Landkreis Dahme-Spreewald haben, wurde zunächst nicht bekannt. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren.
Weitere Maßnahmen möglich
Die Bundesanwaltschaft prüft nun die bei den Einsätzen gesicherten Unterlagen und Daten. Ob es weitere Festnahmen oder zusätzliche Durchsuchungen geben wird, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Die Sicherheitsbehörden wollen verhindern, dass sich die jungen extremistischen Netzwerke weiter ausbreiten.