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Dahme-Spreewald: Weniger Spatzen, mehr Sorgen – Vogelzählung zeigt auch im Landkreis bedenkliche Entwicklung
Regionales
Erstellt: 26.05.2026 / 16:00 Uhr von PS
Die Ergebnisse der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ sorgen auch im Landkreis Dahme-Spreewald für gemischte Gefühle.
Zwar wurden einige Vogelarten häufiger beobachtet als noch im vergangenen Jahr, gleichzeitig setzt sich bei typischen Alltagsvögeln ein besorgniserregender Trend fort. Besonders die rückläufigen Zahlen bei Spatzenarten bereiten Naturschützern Sorgen.
Spatzen verschwinden zunehmend aus Gärten und Orten
Vor allem beim Haussperling, im Volksmund schlicht Spatz genannt, zeigt sich die Entwicklung deutlich. Obwohl der Vogel weiterhin zu den am häufigsten gemeldeten Arten gehört, gingen die Sichtungen in Brandenburg erneut zurück. Auch der Feldsperling wurde seltener beobachtet.
Gerade im Landkreis Dahme-Spreewald fällt vielen Naturfreunden schon seit Jahren auf, dass das vertraute Zwitschern in manchen Wohngebieten leiser geworden ist. Ursachen sehen Experten vor allem im Verlust von Lebensräumen. Moderne Sanierungen, versiegelte Flächen und aufgeräumte Gärten bieten vielen Vogelarten immer weniger Rückzugsorte und Nahrung.
Gute Nachrichten bei Buchfink und Amsel
Ganz ohne positive Entwicklungen blieb die Vogelzählung allerdings nicht. Beim Buchfink verzeichnete Brandenburg ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr. Auch die Amsel scheint sich langsam von den Folgen des Usutu-Virus zu erholen, das in den vergangenen Jahren vielerorts große Bestände dezimiert hatte.
Im Landkreis Dahme-Spreewald gehören beide Arten weiterhin zu den regelmäßigen Gästen in Gärten, Parks und an Waldrändern. Vor allem naturnahe Grundstücke mit Sträuchern, alten Bäumen und wilden Ecken bieten vielen Vögeln gute Bedingungen.
Grünfink bleibt Sorgenkind
Weniger erfreulich sieht die Lage dagegen beim Grünfink aus. Zwar blieb der befürchtete massive Einbruch diesmal aus, dennoch wurden die Tiere in Brandenburg erneut seltener gemeldet. Experten führen das unter anderem auf Infektionskrankheiten zurück, die sich vor allem an ungepflegten Futterstellen verbreiten.
Der NABU rät deshalb dazu, Vogeltränken regelmäßig zu reinigen und Wasser täglich zu wechseln. Auch Futtersäulen gelten als hygienischer als offene Futterstellen.
Naturnahe Gärten helfen den Vögeln
Ein kleiner Gewinner der diesjährigen Zählung ist die Mönchsgrasmücke. Die unscheinbare Sängerin wurde in Brandenburg deutlich häufiger beobachtet. Sie profitiert besonders von naturnahen Gärten mit Hecken, Sträuchern und dichter Vegetation – ein Bild, das man vielerorts auch im Landkreis Dahme-Spreewald noch findet.
Insgesamt beteiligten sich in Brandenburg mehr als 2300 Menschen an der NABU-Aktion und meldeten über 51.000 Vögel aus rund 1500 Gärten. Die Zahlen liefern jedes Jahr wichtige Hinweise darauf, wie sich die heimische Vogelwelt verändert – auch zwischen Königs Wusterhausen, Lübben, Luckau und den kleineren Orten im Landkreis Dahme-Spreewald.
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