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Dahme-Spreewald: Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, Otto-Lilienthal-Gesamtschule und GOS Friedersdorf setzen Zeichen gegen Antisemitismus

Regionales
  • Erstellt: 01.06.2026 / 10:00 Uhr von PS
Mehr als 800 Schulen bundesweit setzen am 12. Juni ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung. Auch im Landkreis Dahme-Spreewald beteiligen sich Bildungseinrichtungen am diesjährigen Anne-Frank-Tag, der 2026 bereits zum zehnten Mal stattfindet.

Mit dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und der Gesamtschule Otto Lilienthal in Königs Wusterhausen sowie der Grund- und Oberschule Friedersdorf in Heidesee sind drei Schulen aus der Region Teil des bundesweiten Aktionstages. Insgesamt nehmen in Brandenburg 40 Schulen teil – deutlich mehr als in den vergangenen Jahren.

Erinnerung lebendig halten

Der Anne-Frank-Tag findet jedes Jahr rund um den Geburtstag von Anne Frank statt, deren Schicksal stellvertretend für die Verfolgung und Ermordung von Millionen Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus steht. Organisiert wird der Aktionstag vom Anne-Frank-Zentrum in Berlin.

In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „Geschichte erzählen“. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren, dass Erinnerung nicht von selbst bestehen bleibt, sondern aktiv gestaltet werden muss. Dabei geht es nicht nur um die Geschichte von Anne Frank, sondern auch um die Frage, welche Geschichten erinnert werden – und welche oftmals in Vergessenheit geraten.

Lernen aus der Vergangenheit

Für den Aktionstag erhalten die teilnehmenden Schulen umfangreiche Unterrichtsmaterialien. Dazu gehören unter anderem die Anne-Frank-Zeitung sowie eine Plakatausstellung, die das Leben der Familie Frank und die Folgen der nationalsozialistischen Verfolgung thematisiert.

Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Anne Franks Schwester Margot, deren Geburtstag sich 2026 zum 100. Mal jährt. Darüber hinaus beschäftigen sich die Materialien mit den Auswirkungen von Krieg auf Kinder und Jugendliche sowie mit der nationalsozialistischen Verfolgung von Sinti und Roma. Auch die Frage, wie Erinnerungskultur heute gestaltet werden kann, spielt eine zentrale Rolle.

Besonderen Wert legt das Projekt darauf, Schülerinnen und Schüler aktiv einzubeziehen. Sie sollen eigene Zugänge zur Geschichte entwickeln, recherchieren, diskutieren und Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellen.

Rekordbeteiligung in Deutschland

Bundesweit beteiligen sich in diesem Jahr 843 Schulen am Anne-Frank-Tag – so viele wie noch nie zuvor. Für Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann ist das ein wichtiges Signal. Die Erinnerung an Anne Frank und die Verbrechen der NS-Zeit sei ein bedeutender Beitrag zur Demokratiebildung und zur Stärkung gesellschaftlicher Werte wie Toleranz, Mitgefühl und Menschlichkeit.

Mit ihrer Teilnahme tragen auch die Schulen im Landkreis Dahme-Spreewald dazu bei, dass die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte nicht auf den Geschichtsunterricht beschränkt bleibt. Stattdessen wird sie Teil eines lebendigen Dialogs darüber, welche Verantwortung die Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft hat.

Bilder

Anne Frank. Foto: Sammlung Anne Frank Haus
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