Um dem entgegenzuwirken, schafft Brandenburg nun die Voraussetzungen für eine neue, einheitliche Ausbildung in der Pflegefachassistenz.
Das Kabinett hat dafür eine Änderung des Brandenburgischen Pflegeberufeumsetzungsgesetzes beschlossen. Ziel ist es, die bislang getrennten Ausbildungen in der Altenpflegehilfe sowie der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe zu einer bundesweit einheitlichen Pflegefachassistenzausbildung zusammenzuführen. Starten soll das neue Ausbildungsangebot an den Pflegeschulen des Landes im Oktober 2027.
Antwort auf den steigenden Personalbedarf
Für Brandenburg ist die Reform ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Nach Einschätzung des Sozialministeriums werden aufgrund der demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren Tausende zusätzliche Beschäftigte in der Pflege benötigt.
Davon betroffen ist auch der Landkreis Dahme-Spreewald. Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste und Krankenhäuser stehen bereits heute vor der Herausforderung, ausreichend Personal zu gewinnen. Die neue Ausbildung soll helfen, mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern und gleichzeitig die Pflegefachkräfte zu entlasten.
Die Ausbildung dauert künftig 18 Monate. Absolventinnen und Absolventen sollen nach ihrem Abschluss mehr Aufgaben übernehmen können, die bislang ausschließlich examinierten Pflegefachkräften vorbehalten waren.
Niedrige Einstiegshürden und gute Aufstiegschancen
Ein Schwerpunkt der Reform liegt auf der besseren Zugänglichkeit. Grundsätzlich reicht künftig ein Hauptschulabschluss für den Einstieg aus. Unter bestimmten Voraussetzungen soll sogar eine Aufnahme ohne Schulabschluss möglich sein.
Zudem sieht das Konzept zahlreiche Verkürzungsmöglichkeiten für Menschen mit Berufserfahrung vor. Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, kann sich anschließend in verkürzter Zeit zur Pflegefachkraft weiterqualifizieren. Gleichzeitig sollen bereits erworbene Kenntnisse und Ausbildungsabschnitte leichter angerechnet werden.
Damit richtet sich das Angebot nicht nur an Schulabgänger, sondern ausdrücklich auch an Quereinsteiger und Beschäftigte, die bereits praktische Erfahrungen in der Pflege gesammelt haben.
Pflege bleibt ein Zukunftsberuf
Brandenburg verfügt derzeit über 31 Pflegeschulen mit rund 5.700 Ausbildungsplätzen. Etwa 5.000 davon sind belegt. Die Landesregierung hofft, durch die neue Ausbildungsstruktur zusätzliche Interessenten für den Pflegebereich zu gewinnen und die Versorgung langfristig zu sichern.
Für Regionen wie den Landkreis Dahme-Spreewald könnte die Reform eine wichtige Rolle spielen. Denn der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Mit der neuen Pflegefachassistenz setzt das Land deshalb auf einen niedrigschwelligen Einstieg in einen Beruf, der für die Gesellschaft immer wichtiger wird.