Nach Angaben des Brandenburger Umweltministeriums ist inzwischen das gesamte Land betroffen. Verantwortlich für die starke Ausbreitung sind vor allem die warmen und trockenen Frühjahrs- sowie Spätsommermonate, die den wärmeliebenden Schädlingen ideale Lebensbedingungen bieten.
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) lebt ausschließlich auf Eichen. Er kommt sowohl in lichten Wäldern und an Waldrändern als auch entlang von Alleen sowie an Einzelbäumen und Baumgruppen in Parks, Gärten, Sportanlagen oder an Rad- und Wanderwegen vor. In Brandenburg hat sich der Nachtfalter in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebreitet und zählt mittlerweile nicht nur zu einem Gesundheitsrisiko, sondern auch zu den bedeutendsten Schädlingen heimischer Eichenbestände.
Brennhaare bleiben jahrelang gefährlich Besonders problematisch sind die winzigen Brennhaare der Raupen. Sie enthalten ein Nesselgift, das bereits bei leichtem Hautkontakt starken Juckreiz, Hautausschläge und Quaddeln verursachen kann. Gelangen die Haare in die Atemwege oder Augen, drohen Husten, Augenreizungen oder sogar asthmaähnliche Beschwerden.
Die Gefahr endet auch nach der Verpuppung der Raupen Anfang Juli nicht. Die giftigen Brennhaare bleiben in den verlassenen Gespinstnestern zurück und können durch den Wind über weite Strecken verteilt werden. Selbst Jahre später können sie noch allergische Reaktionen auslösen. Damit stellen die alten Nester auch lange nach dem Verschwinden der Raupen eine Gefahr für Menschen und Tiere dar.
Auch im Landkreis Dahme-Spreewald ist Vorsicht geboten Gerade im Landkreis Dahme-Spreewald mit seinen zahlreichen Eichenbeständen, Wäldern, Radwegen und Naherholungsgebieten sollten Bürger besonders aufmerksam sein. Ob an beliebten Ausflugszielen, in Parkanlagen, an Badeseen oder entlang von Radwegen – überall dort, wo Eichen stehen, können sich die Raupen ansiedeln.
Wer Gespinste oder Raupen entdeckt, sollte ausreichend Abstand halten und die Tiere keinesfalls berühren. Vor allem Kinder und Hunde sollten befallene Bereiche meiden. Für Hunde können auch alte, bereits auf dem Boden liegende Gespinste gesundheitliche Folgen haben.
Wer Befall auf öffentlichen Flächen feststellt, sollte die zuständige Stadt- oder Gemeindeverwaltung beziehungsweise das Ordnungsamt informieren. In Wäldern ist der Landesbetrieb Forst Brandenburg zuständig. Die Entfernung der Nester darf ausschließlich durch Fachfirmen oder die zuständigen Behörden erfolgen.
Bekämpfung konzentriert sich auf besonders gefährdete Bereiche Da biologische Bekämpfungsmaßnahmen nur im Frühjahr – zwischen April und Mai – wirksam sind, konzentrieren sich die aktuellen Maßnahmen auf das Absaugen vorhandener Gespinstnester. Vorrang haben dabei besonders sensible Bereiche wie Kitas, Schulen, Pflegeheime, Spielplätze sowie stark genutzte Wege und Plätze.
Gleichzeitig laufen bereits die Vorbereitungen für die Bekämpfung im Frühjahr 2027. Das Umweltministerium betont jedoch, dass aufgrund begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen nicht jede einzelne Eiche behandelt werden kann. Die Maßnahmen müssen sich deshalb auf Befallsschwerpunkte konzentrieren. Um die Bekämpfung künftig gezielter durchführen zu können, soll zudem die Datenerhebung verbessert werden.
So schützen Sie sich Wer sich in der Nähe von Eichen aufhält, sollte einige Vorsichtsmaßnahmen beachten:
Raupen und Gespinste niemals berühren.
Befallene Bereiche möglichst meiden.
Kinder und Hunde von betroffenen Bäumen fernhalten.
Lange Kleidung und eine Kopfbedeckung können den Hautkontakt verringern.
Nach einem möglichen Kontakt möglichst sofort duschen, Haare waschen und die getragene Kleidung reinigen.
Bei starken oder anhaltenden Beschwerden sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Außerdem empfiehlt das Umweltministerium, unbedingt auf Hinweisschilder in betroffenen Bereichen zu achten.
Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Eichenprozessionsspinner sowie weitere Hinweise zur aktuellen Situation stellt das Brandenburger Umweltministerium auf seiner Internetseite zur Verfügung: (
Klick) Dort finden Bürger auch Informationen zur Biologie des Schädlings, zu den Gesundheitsgefahren und zu den Bekämpfungsmaßnahmen.
Angesichts der starken Ausbreitung sollten Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Dahme-Spreewald in den kommenden Wochen besonders aufmerksam sein und Bereiche mit befallenen Eichen möglichst meiden. Gerade in der Ferien- und Ausflugszeit ist Vorsicht geboten, denn die unscheinbaren Brennhaare können noch über Jahre hinweg gesundheitliche Beschwerden verursachen.
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