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Oderin: Stark gefährdete Uferschwalben trotzen dem Lebensraumverlust mit ungewöhnlichem Brutplatz

Regionales
  • Erstellt: 05.07.2026 / 11:00 Uhr von EB
Sie gehören zu den kleinsten Schwalben Europas und stehen in Brandenburg auf der Roten Liste: Die Uferschwalben haben im Naturpark Dahme-Heideseen nur noch einen bekannten Brutplatz.

Die Kolonie bei Oderin zeigt dabei, wie anpassungsfähig die Vögel sind – denn statt einer natürlichen Steilwand haben sie sich einen außergewöhnlichen Lebensraum ausgesucht.

Beton statt Steilwand

Eigentlich graben Uferschwalben ihre bis zu 70 Zentimeter langen Brutröhren in Steilufer an Flüssen oder Küsten. Weil viele dieser natürlichen Lebensräume im Laufe der Jahre verschwunden oder verbaut worden sind, weichen die Tiere zunehmend auf Ersatzstandorte aus.

Bei Oderin haben sie eine alte, teilweise bewachsene Lehmschüttung zwischen zwei rund vier Meter hohen Silowänden aus Betonsegmenten besiedelt. Durch Öffnungen in den Betonelementen fliegen die Vögel ihre Bruthöhlen an – ein in Brandenburg eher ungewöhnlicher Nistplatz.

22 Brutröhren derzeit besetzt

Die Kolonie wird seit 2023 im Rahmen des bundesweiten Monitoringprogramms seltener Brutvögel des Dachverbands Deutscher Avifaunisten (DDA) erfasst. Bei einer aktuellen Kontrolle durch Naturwacht und Naturparkverwaltung wurden 22 besetzte Brutröhren festgestellt.

Insgesamt stehen den Vögeln an dem Standort rund 72 intakte Brutröhren zur Verfügung. Die beste Zeit für die Bestandsaufnahme ist Anfang Juli. Dann stehen die Jungvögel kurz vor dem Ausfliegen und die Aktivitäten an den Bruthöhlen sind besonders gut zu beobachten.

Lebensraum wird immer knapper

Obwohl die Uferschwalbe neue Brutplätze erschließen kann, gilt sie in Brandenburg inzwischen als stark gefährdet. Der Grund ist vor allem der Verlust geeigneter Steilwände. Neben natürlichen Uferabbrüchen werden inzwischen auch Sand- und Tongruben seltener, sodass den Vögeln zunehmend geeignete Brutplätze fehlen.

Nach ihrer Rückkehr aus dem afrikanischen Winterquartier im Frühjahr beginnen die Uferschwalben mit dem Bau ihrer Brutröhren. Das Weibchen legt vier bis sieben Eier in eine mit Gräsern und Wurzeln ausgepolsterte Nistkammer. Bei günstigen Bedingungen zieht ein Teil der Kolonien sogar zwei Bruten pro Jahr groß.

Gesellige Flugkünstler

Mit ihrem braunen Rücken, der weißen Unterseite und dem markanten braunen Brustband ist die Uferschwalbe gut zu erkennen. Die Vögel leben ausgesprochen gesellig und brüten fast ausschließlich in Kolonien. Auch außerhalb der Brutzeit sind sie meist in größeren Schwärmen unterwegs.

Die kleine Kolonie bei Oderin zeigt eindrucksvoll, wie kreativ sich die bedrohte Vogelart an veränderte Lebensräume anpasst. Gleichzeitig macht sie deutlich, wie wichtig der Schutz geeigneter Brutplätze für den Erhalt der Art im Landkreis Dahme-Spreewald und im Naturpark Dahme-Heideseen ist.

Bilder

Sie gehören zu den kleinsten Schwalben Europas und stehen in Brandenburg auf der Roten Liste: Die Uferschwalben haben im Naturpark Dahme-Heideseen nur noch einen bekannten Brutplatz. Fotos: Naturpark Dahme-Heideseen
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