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Landkreis Dahme-Spreewald: NABU sieht Natur unter Druck – Mehr Moore, Hecken und Wälder sollen gegen Hitze helfen

Regionales
  • Erstellt: 26.07.2026 / 15:00 Uhr von PS
Die Natur im Landkreis Dahme-Spreewald spielt eine entscheidende Rolle beim Schutz vor Hitze, Dürre und Starkregen. Doch genau diese natürliche Schutzfunktion nimmt nach Einschätzung des Naturschutzbundes (NABU) immer weiter ab.

Anlass ist die Vorstellung des neuen ECONICS-Grün-Feucht-Kühl-Index (GFKI) 2026, der die Leistungsfähigkeit von Landschaften in Deutschland untersucht.

Für Brandenburg fällt das Ergebnis ernüchternd aus. Das Bundesland gehört nach Angaben des NABU zu den Regionen mit einem besonders hohen Bedarf, seine natürliche Infrastruktur wiederherzustellen. Davon ist auch der Landkreis Dahme-Spreewald betroffen, dessen Landschaft von großen Waldflächen, ausgedehnten Agrarflächen, Fließen, Seen und Moorgebieten geprägt ist. Gerade diese Lebensräume sind wichtig, um Wasser in der Landschaft zu halten und die Folgen der Klimakrise abzumildern.

Landschaften verlieren ihre Kühl- und Speicherfunktion

Der Index bewertet, wie gut die Natur Hitze abfedern, Wasser speichern und das lokale Klima regulieren kann. Grundlage sind Satelliten- und Umweltdaten, die in einem Raster von 30 mal 30 Metern ausgewertet werden. Berücksichtigt werden die Spätsommergrünheit der Vegetation, der Niederschlag sowie die Oberflächentemperaturen an besonders heißen Tagen.

Das bundesweite Ergebnis ist alarmierend: Seit 2021 ist die Leistungsfähigkeit der Natur um durchschnittlich 16 Prozent zurückgegangen.

Auch Brandenburg leidet nach Angaben des NABU zunehmend unter den Folgen von Dürreperioden, steigenden Temperaturen und einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung. Während naturnahe Laubwälder noch vergleichsweise gute Werte erreichen, schneiden viele Agrarlandschaften und trockene Kiefernforste deutlich schlechter ab.

Dahme-Spreewald könnte von Renaturierung profitieren

Für den Landkreis Dahme-Spreewald sieht der NABU große Chancen, die natürlichen Schutzfunktionen gezielt zu stärken. Die Region verfügt mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald, zahlreichen Fließen, Feuchtgebieten, Wäldern und Mooren über wertvolle Naturräume, die für den Wasserhaushalt und die Kühlung der Landschaft von zentraler Bedeutung sind. Gleichzeitig prägen landwirtschaftliche Flächen weite Teile des Kreisgebietes. Dort könnten Hecken, Agroforstsysteme oder humusfördernde Bewirtschaftung helfen, Wasser länger im Boden zu speichern und die Landschaft widerstandsfähiger gegen Trockenheit zu machen.

NABU fordert schnelle Umsetzung der EU-Vorgaben

„Der ECONICS-Grün-Feucht-Kühl-Index macht sichtbar, was wir in Brandenburg seit Jahren beobachten: Unsere Landschaften geraten durch Dürre, Hitze und eine intensive Landnutzung immer stärker unter Druck. Natur ist keine Kulisse, sondern unsere wichtigste Infrastruktur für Klimaschutz und Klimaanpassung. Intakte Moore, Wälder, Flüsse und Auen schützen Menschen vor den Folgen der Klimakrise – doch dafür müssen sie wieder in einen guten Zustand versetzt werden“, sagt NABU-Landesvorsitzender Björn Ellner.

Nach Ansicht des NABU bietet die europäische Wiederherstellungsverordnung die Chance, genau diese Entwicklung umzukehren. Gefordert werden unter anderem die Wiedervernässung von Mooren, die Renaturierung von Flüssen und Auen, ein klimaresilienter Waldumbau sowie mehr Strukturvielfalt in der Landwirtschaft.

Der Verband ist überzeugt: Investitionen in die Natur kommen letztlich auch den Menschen zugute. Sie schützen nicht nur vor Dürre, Hitze und Hochwasser, sondern stärken langfristig auch die Landwirtschaft – ein Thema, das angesichts der klimatischen Veränderungen auch für den Landkreis Dahme-Spreewald immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Bilder

Renaturierung, wie hier an der Unteren Havel, wirkt. Foto: NABU/Klemens Karkow
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