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Königs Wusterhausen: Wärmeversorgung soll bis 2045 klimaneutral werden
Stadtgeschehen
Erstellt: 21.07.2026 / 12:00 Uhr von EB
Die Stadt Königs Wusterhausen hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Energiewende erreicht. Mit einem kommunalen Wärmeplan liegt jetzt ein Konzept vor, das den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Energieträgern wie Gas, Öl und Kohle vorsieht.
Bis 2045 soll die Wärmeversorgung der Stadt vollständig klimaneutral sein.
Der Wärmeplan umfasst 23 Maßnahmen, mit denen Wohnhäuser, öffentliche Gebäude und Unternehmen künftig umweltfreundlicher beheizt werden sollen.
Fernwärme und Gebäudesanierung im Fokus
Ein wesentlicher Baustein ist die energetische Sanierung von Gebäuden. Durch eine bessere Dämmung soll der Wärmebedarf bis zum Jahr 2045 um rund 13 Prozent sinken. Dabei setzt die Stadt unter anderem auf die Zusammenarbeit mit Wohnungsbauunternehmen.
Parallel dazu soll das Fernwärmenetz ausgebaut werden. Die Netzbetreiber planen, ihre Anlagen in den kommenden Jahren zu modernisieren und zu erweitern. Dadurch könnte der Anteil der an die Fernwärme angeschlossenen Haushalte von derzeit 14 auf 18 Prozent steigen.
Abwärme aus Biomassekraftwerk soll Wohnungen beheizen
Eine wichtige Rolle spielt künftig auch die Nutzung erneuerbarer Energien und vorhandener Abwärme. Bereits seit 2025 wird die Abwärme aus dem Biomassekraftwerk der MVV in das Fernwärmenetz eingespeist und soll künftig zahlreiche Wohnungen in Königs Wusterhausen mit Wärme versorgen.
Darüber hinaus sieht der Wärmeplan Potenzial für neue oder erweiterte Wärmenetze in zwölf Stadtgebieten. In weiteren sieben Bereichen wird derzeit noch geprüft, ob sich ein Wärmenetz wirtschaftlich umsetzen lässt. Ergänzend sollen Wärmepumpen und Geothermie stärker genutzt werden.
Gewerbe soll stärker eingebunden werden
Rund 30 Prozent des Wärmebedarfs in Königs Wusterhausen entfallen auf Gewerbegebiete. Deshalb möchte die Stadt gemeinsam mit Unternehmen nach Lösungen suchen, um Prozess- und Hochtemperaturwärme künftig klimafreundlich bereitzustellen.
Keine Pflicht zum Heizungstausch
Für Haus- und Grundstückseigentümer bedeutet der kommunale Wärmeplan zunächst keine unmittelbaren Verpflichtungen. Die Stadt betont ausdrücklich, dass es sich um ein Planungsinstrument und nicht um ein Gesetz handelt.
Gas- und Ölheizungen dürfen weiterhin eingebaut werden. Allerdings gelten künftig schrittweise steigende Anforderungen an den Einsatz erneuerbarer Energien. Neu installierte Heizungen müssen ab 2029 mindestens 10 Prozent klimaneutrale Brennstoffe nutzen. Dieser Anteil steigt auf 15 Prozent im Jahr 2030, 30 Prozent ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Ab 2045 dürfen Heizungen nur noch vollständig klimaneutrale Brennstoffe verwenden.
Fortschritte werden regelmäßig überprüft
Die Umsetzung des Wärmeplans wird vom Klimaschutzmanagement der Stadt begleitet. Ein Runder Tisch Wärmewende soll regelmäßig den Fortschritt bewerten und die Entwicklung begleiten. Zudem ist vorgesehen, den kommunalen Wärmeplan nach fünf Jahren zu aktualisieren und an neue technische sowie gesetzliche Entwicklungen anzupassen.
Der Wärmeplan wurde nach Angaben der Stadt mit Unterstützung von Fördermitteln und einem Fachbeirat aus Wohnungswirtschaft, Energieversorgern, Wirtschaft und Verwaltung erarbeitet. Auch Bürgerinnen und Bürger sowie der Ausschuss für Stadtentwicklung konnten sich im Rahmen von Workshops und einer öffentlichen Auslegung in den Planungsprozess einbringen.
Bilder
Mit der Abwärme dieser Turbine sollen in Zukunft Wohnungen in Königs Wusterhausen geheizt werden. Foto: Stadt Königs Wusterhausen
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