Logo

SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen: Vom Fußballer zum Unparteiischen – Rico Steinackers besonderer Weg

Sport
  • Erstellt: 31.07.2026 / 08:00 Uhr von EB
Mit Rico Steinacker geht die Schiedsrichter-Serie des SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen in die sechste Runde. Nachdem Meetingpoint Dahme-Spreewald bereits Thomas Widdua, Robin von der Burg, Martin Hartmann, Ingo Lüttke und Carmen Bartels vorgestellt hat, rückt nun ein Unparteiischer in den Mittelpunkt, für den Respekt und Kommunikation auf dem Platz weit mehr sind als bloße Schlagworte.

Aus schlechten Erfahrungen entstand die Leidenschaft für die Pfeife

Seit Februar 2014 steht der heute 38-Jährige als Schiedsrichter auf dem Platz. Der Anstoß für seine Laufbahn war dabei ungewöhnlich: Als aktiver Fußballer erlebte er immer wieder Unparteiische, deren Umgangston ihn störte. Für Steinacker war schnell klar, dass es auch anders gehen muss.

Sein Anspruch ist bis heute derselbe geblieben. Er möchte Spiele nicht nur regelkonform leiten, sondern den Beteiligten mit Respekt begegnen und durch Kommunikation dafür sorgen, dass Begegnungen in einem fairen Rahmen verlaufen. Als großes Vorbild nennt er Bundesliga-Schiedsrichter Deniz Aytekin, der ebenfalls für seine ruhige und souveräne Art bekannt ist.

Zwischen Abstiegskrimi und Nachwuchs-Elite

Zu den Höhepunkten seiner bisherigen Laufbahn zählt ein hitziges Berliner Kreisliga-A-Spiel zwischen Sport-Union Berlin und dem FCK Frohnau im Abstiegskampf. Trotz dreier Platzverweise blickt Steinacker gerne auf die Partie zurück, weil am Ende beide Mannschaften mit seiner Spielleitung zufrieden waren.

Ein besonderes Erlebnis war außerdem der Einsatz bei einem Jugend-Leistungsvergleich zwischen den Nachwuchsteams von Hertha BSC und Borussia Dortmund. Dort erhielt er spannende Einblicke in den modernen Leistungsfußball – von Trackingsystemen bis hin zu Brustgurten zur Leistungsanalyse. Beeindruckt zeigte er sich allerdings auch davon, wie intensiv Eltern ihre Kinder auf dem Weg zum möglichen Profi begleiten. Positive Rückmeldungen erhielt Steinacker vor allem für seine Kommunikation mit den jungen Spielern.

Kritik gehört dazu – Beleidigungen nicht

Weniger Freude bereiten ihm Zuschauer, die jede Entscheidung lautstark infrage stellen oder gegnerische Spieler beleidigen. Für ihn gehört Leidenschaft zum Fußball, persönliche Herabwürdigungen haben am Spielfeldrand jedoch keinen Platz.

Auch über den Videoschiedsrichter hat Steinacker eine klare Meinung. Der VAR sei grundsätzlich eine gute Idee, vermittle im Amateurfußball aber ein falsches Bild. Schließlich würden auch mit Videobeweis nicht alle Fehlentscheidungen vermieden.

Ein Traum heißt Energie Cottbus

Sollte sich einmal die Gelegenheit ergeben, würde Steinacker gerne ein Spiel von Energie Cottbus oder generell ab der 2. Bundesliga leiten. Einen Wunschverein, den er lieber meiden würde, gibt es für den neutralen Schiedsrichter dagegen nicht – für ihn zählt allein das Erlebnis.

An die Kritiker am Spielfeldrand richtet er zum Abschluss eine deutliche Einladung: Wer sich ein eigenes Bild von der Arbeit eines Schiedsrichters machen möchte, könne ihn jederzeit begleiten oder selbst die Ausbildung absolvieren. Der SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen verfüge über engagierte Ausbilder sowie starke Schiedsrichterteams im Jugend- und Erwachsenenbereich und freue sich jederzeit über neue Interessenten.

Bilder

Rico Steinacker. Foto: privat
Dieser Artikel wurde bereits 371 mal aufgerufen.

Werbung