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Bestensee: Bäckerei Wahl kämpft um ihre Zukunft – Insolvenz betrifft auch zahlreiche Filialen im Landkreis

Regionales
  • Erstellt: 01.08.2026 / 08:00 Uhr von PS
Die Nachricht trifft viele Kunden im Landkreis Dahme-Spreewald überraschend: Die traditionsreiche Bäckerei Konditorei Wahl aus Bestensee hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet.

Das Familienunternehmen mit seiner Zentrale und Produktion in Bestensee betreibt insgesamt 54 Filialen in Brandenburg und Berlin. Mehr als 400 Mitarbeiter sind von der wirtschaftlichen Krise betroffen.

Für die Kundschaft gibt es zunächst Entwarnung. Der Verkauf von Brot, Brötchen und Kuchen soll an den meisten Standorten weitergehen, während an einer Sanierung des Unternehmens gearbeitet wird.

Bestensee bleibt das Herz des Unternehmens

Die Geschichte der Bäckerei reicht mehr als fünf Jahrzehnte zurück. Gegründet wurde der Betrieb 1972 in Volkstedt. Bereits wenige Jahre später verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Bestensee. Von dort entwickelte sich Wahl zu einer der größten handwerklich geprägten Bäckereien der Region.

Auch während des Insolvenzverfahrens soll der Produktionsstandort in Bestensee weiterbetrieben werden. Damit bleibt der Ort das Zentrum des Unternehmens.

Viele Filialen im Landkreis Dahme-Spreewald

Kaum eine andere Region ist mit dem Unternehmen so eng verbunden wie der Landkreis Dahme-Spreewald. Allein hier betreibt Wahl zahlreiche Verkaufsstellen – unter anderem in Bestensee, Königs Wusterhausen, Wildau, Zeuthen, Mittenwalde, Halbe, Groß Köris, Zeesen, Zernsdorf und Senzig.

Welche dieser Standorte langfristig bestehen bleiben, ist derzeit noch offen. Bekannt ist bislang lediglich, dass einzelne Filialen außerhalb des Landkreises bereits geschlossen werden oder ihre Schließung vorbereitet wird. Der Standort am Bahnhof Königs Wusterhausen soll nach aktuellem Stand zunächst weiter geöffnet bleiben.

Kosten und Kaufzurückhaltung setzen Unternehmen zu

Als wesentliche Ursachen für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt die Geschäftsführung die deutlich gestiegenen Betriebs- und Personalkosten sowie die spürbare Zurückhaltung vieler Verbraucher beim Einkauf. Trotz verschiedener Maßnahmen habe sich diese Entwicklung letztlich nicht mehr ausgleichen lassen.

Nach Unternehmensangaben sei das eigentliche Geschäft jedoch weiterhin tragfähig. Ziel der Eigenverwaltung ist es deshalb, den Betrieb neu aufzustellen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.

Sanierung statt Stillstand

Begleitet wird das Verfahren von einem auf Unternehmenssanierungen spezialisierten Rechtsanwalt. Nach dessen Einschätzung verfügt Wahl über gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Restrukturierung. Als Stärken gelten das etablierte Kerngeschäft, eine langjährige Stammkundschaft und die Erfahrung der mehr als 400 Beschäftigten.

Ob sämtliche Filialen erhalten werden können, lässt sich derzeit allerdings noch nicht abschätzen. Diese Entscheidungen sollen im Verlauf des Sanierungsverfahrens getroffen werden.

Noch vor zwei Jahren auf Wachstumskurs

Bemerkenswert ist die Entwicklung der vergangenen Jahre. Erst 2024 hatte Wahl sein Filialnetz durch die Übernahme mehrerer Standorte der insolventen Bäckerei Lila Bäcker erweitert und damit seine Marktposition in Brandenburg ausgebaut. Nun sieht sich das Unternehmen selbst mit den schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert, unter denen derzeit viele Bäckereien in Deutschland leiden.

Hoffnung auf einen Neuanfang

Für Bestensee ist die Insolvenz mehr als nur eine Unternehmensmeldung. Die Bäckerei Wahl gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Arbeitgebern der Gemeinde und prägt das wirtschaftliche Leben vor Ort. Entsprechend groß ist die Hoffnung, dass die Sanierung gelingt und möglichst viele Arbeitsplätze sowie Filialen – insbesondere im Landkreis Dahme-Spreewald – erhalten bleiben.

Bilder

Die Nachricht trifft viele Kunden im Landkreis Dahme-Spreewald überraschend: Die traditionsreiche Bäckerei Konditorei Wahl aus Bestensee hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Foto: KI-generiert
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Kommentare

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    Rietsch schrieb um 15:06 Uhr am 02.08.2026:
    Jeder Handwerksbetrieb, ob Bäcker oder Metzgerei, sind vom Wohlwollen der Kunden abhängig. Wer im Supermarkt seine Schrippen, Brot und Kuchen kauft, nimmt dem Handwerk seine notwendigen Umsätze weg. Dadurch wird das Angebot der Handwerksbäcker teurer, die Kosten für die Aufrechterhaltung des Betriebes bleiben gleich und steigen mit den Nebenkosten wie Energie und Rohstoff Mehl nebst Zutaten. Man muss sich nicht wundern, wenn der Verbraucher bei den Handelsketten einkauft und die kleineren Betriebe reihenweise schließen! Das hat nichts mit der Politik zu tun, der Wettbewerb und das Kaufverhalten der Konsumenten regelt das!